
Antrag
Das Mittagessen in den Schulen und Kindergärten in Schwerte wird zukünftig kostenlos angeboten. Die Angebotenen Mahlzeiten sollten aus unter sozialen und ökologischen Kriterien fair produzierten Lebensmitteln bestehen und den Standards der DGE folgen. Es sollte zudem eine vegane Alternative geben und auf religiöse Bedürfnisse in der Ernährung eingegangen werden.
Begründung
2,1 Millionen Kinder und Jugendliche sind in Deutschland armutsgefährdet. Für Kinder liegt der Regelbedarf in der Grundsicherung im Jahr 2025 je nach Alter zwischen 357 und 471 Euro. Für Kinder von 0 bis 6 Jahren stehen pro Tag rund 3,85 Euro für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke zur Verfügung. Das ist zu wenig um eine ausgewogene Ernährung sicherzustellen. Ernährungsarmut zeigt sich daher oft durch mangelnde Versorgung mit Nährstoffen bei gleichzeitiger Überversorgung mit Kalorien[1]. Fast jedes zehnte Elternteil verzichtet zugunsten ihrer Kinder auf Essen[2]. Jede*r dritte Tafelkund*in ist ein Kind[3]. Dieser schockierenden Tendenz muss Abhilfe verschafft werden und genau dies bietet ein kostenloses Schulessen, unbürokratisch, ohne Hürden und effektiv.
Dies ist besonders relevant, da bestehende Maßnahmen wie Bildung und Teilhabe offensichtlich nicht ausreichend sind. Diese werden oft nicht abgerufen, im Kreis Unna von gerade mal 9,4% der Berechtigten[4]. Sie sind vergleichsweise bürokratisch in der Beantragung. Hinzu kommt, dass kostenloses Mittagessen auch Familien entlastet, die durch das Raster der Anspruchsberechtigten für BuT fallen oder dies aus Scham nicht beantragen wollen. Es zeigt, das Schwerte nicht nur behauptet, familienfreundlich zu sein, sondern die Stadt das Ganze auch aktiv lebt.
Das die Mahlzeiten dabei sozial und ökologisch fair produzierte Lebensmittel enthalten sollen, begründet sich damit, dass so Auswirkungen auf Klima und Umwelt minimiert und Ausbeutung vermieden werden. Ein veganes Angebot minimiert die Umweltauswirkungen noch weiter und bietet eine ethische Variante für Menschen, die sich gegen die Ausbeutung von Tieren stellen. Zudem erleichtert es, dass möglichst viele Menschen unabhängig von Allergien, Intoleranzen, ethischer Einstellung oder Religion die Möglichkeit haben, etwas zu essen.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass kostenlose Mittagessen effektiv sind um ganz direkt etwas gegen Ernährungsarmut zu machen und Teilhabe zu ermöglichen, und das unbürokratisch und effizient.
[1] Quelle: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/gesund-ernaehren/wenn-der-teller-leer-bleibt-ernaehrungsarmut-bei-kindern-und-familien-93956
[2] Quelle: https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/kinderarmut-viele-eltern-sparen-am-essen-a-120d5c7c-c881-497e-ba17-4a271ea293be
[3] Quelle: https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/armut-in-deutschland-fast-jeder-dritte-tafel-kunde-ist-ein-kind-a-d80ccc09-e06f-4471-b5cd-11b7eb481eba
[4] Quelle: https://www.der-paritaetische.de/fileadmin/user_upload/Seiten/Presse/docs/expertise_BuT-2023_web.pdf
