Antrag
- Der Rat der Stadt Schwerte beschließt, das Ensemble aus Altem Rathaus und Alter Marktschänke perspektivisch als einen zentralen Begegnungs- und Kulturort („Dritter Ort“) der Schwerter Innenstadt zu entwickeln.
- Das Nutzungskonzept soll im Schwerpunkt folgende Nutzungen umfassen:
- Räume für bürgerschaftliches Engagement und Begegnung,
- Flächen für Veranstaltungen,
- eine stadtgeschichtliche Ausstellung nach dem Konzept „heimatverrückt“ sowie
- ein kleines Bistro/Café bzw. gastronomisches Angebot
- Die Verwaltung wird beauftragt, auf dieser Grundlage gemeinsam mit dem Kultur- und Weiterbildungsbetrieb Schwerte (KuWeBe) und der Bürgerstiftung Schwerter Mitte die weitere konzeptionelle, räumliche, organisatorische und wirtschaftliche Ausgestaltung des Nutzungskonzeptes zu finalisieren und die hierfür erforderlichen Schritte einzuleiten.
- Die Verwaltung wird ferner beauftragt, das Nutzungskonzept als Grundlage für die weitere Projektentwicklung und die beabsichtigte Förderung des Innenausbaus zu verwenden und in die weitere Fortschreibung bzw. Umsetzung des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes „Schwerte Innenstadt“ einzubinden.
- Die Verwaltung wird beauftragt in Verhandlungen über den Erwerb der Einzelhandelsflächen des aktuellen Mehrheitseigentümers des CityCenters zu führen und diese zur Nutzung durch Bücherei und Stadtarchiv, sowie ggf. weiteren Einrichtungen des KuWeBe in Anlehnung an die Machbarkeitsstudie zu ertüchtigen. Für die dadurch leergezogenen Flächen werden adäquate Nachnutzungsoptionen entwickelt.
Begründung
Das Projekt „Schwerter Mitte“ umfasst die denkmalgerechte Sanierung und Entwicklung des historischen Ensembles aus Altem Rathaus und Alter Marktschänke.
Die Gebäude sollen künftig einen zentralen Beitrag zur Belebung und Weiterentwicklung der Schwerter Innenstadt leisten. Die im Zuge der bisherigen Projektentwicklung angedachte Nutzung als Raum für bürgerschaftliches Engagement, Veranstaltungen, Gastronomie sowie als Heimatmuseum sollte weitergeführt werden. Grund dafür ist zum Einen, dass in der Stadtgesellschaft der ausdrückliche Wunsch nach einem Stadtgeschichtlichen Museum besteht (vgl. z. B. die Diskussionen um ein „Trockel“-Museum). Die im Konzept vorgeschlagenen Flächen erscheinen für ein stadtgeschichtliches Museum mit modernem musealem Konzept, adäquat ausführlicher und multiperspektivischer Betrachtung ungeeignet. Kritische Themen wie die Zeit des Nationalsozialismus drohen aufgrund des geringen Platzes nur sehr kurz behandelt zu werden.
Gleichzeitig besteht bereits ein Konzept für die Ausgestaltung einer Ausstellung die unterschiedliche Perspektiven aus der Stadtgesellschaft, Interessante Exponate mit einer ausführlichen Darstellung verbindet und als Deutschlandweit einzigartig gilt.
Für die Stadtbücherei gibt zudem auch ein Konzept, dass statt einer massiven Verkleinerung eine Verlagerung in das Erdgeschoss des CityCenters vorsieht (konkret Flächen von Tedi, KiK, d. h. ehemaliger Supermarkt), und das bei ungefährer Beibehaltung der Größe.
So würde Attraktivität beibehalten und ginge nicht durch ein reduziertes Angebot verloren.
Zudem entfiele die Notwendigkeit zusätzlicher Magazinräume und Elemente eines dritten Ortes können ohne Risiken für den Medienbestand eingerichtet werden.
Doch nicht nur die Stadtbücherei würde so ohne statische Unwägbarkeiten, wie in der Schwerter Mitte, an Präsenz gewinnen. Hinzu käme, dass das Raumproblem für das Stadtarchiv gelöst werden könnte, das CityCenter attraktiver würde und die Stadt mehr Kontrolle über das CityCenter erhielte.
Diese Änderung sind zudem finanzierbar, u. a. durch Vermietung der ehemaligen Bibliothek und von Einzelhandelsflächen, durch Kredite und dem Umstand das durch Zusammenlegung weiterer KuWeBe-Institutionen, wie etwa Kulturbüro, Verwaltung und Musikschule langfristig weitere Optimierungen im maroden Gebäudestand des KuWeBe möglich sind, was dazu führt dass dieser sich auf die Kernaufgaben konzentrieren kann wovon die Kultur langfristig profitiert. Bedarfe für weitere Räume als Magazin, statische Ertüchtigungen und temporäre Lager für das Stadtarchiv fallen weg. Hinzu kommen die Zugewinne für die Stadtgesellschaft durch attraktives Museum und Bücherei, belebtes CityCenter und Altes Rathaus.
