Gegen die Verlagerung der Stadtbücherei: Unsere Stellungnahme zum Nutzungskonzept für die Schwerter Mitte

Die Prüfung der Bauruine Altes Rathaus am Markt als Standort für die Stadtbücherei hält die Ratsfraktion der Linken für Zeit- und Geldverschwendung. „Wir haben eine über die Maßen gut frequentierte, attraktive und benutzergerechte Stadtbücherei im CityCenter“, sagt Fraktionsvorsitzender Peter Weyers. Alles, was für den neuen Standort Altes Rathaus in der letzten Ratssitzung angepriesen wurde, hat die bestehende Stadtbücherei längst. Nichtmal das 2. Obergeschoss im CityCenter stört die Leserinnen und Leser.

Es bestehe überhaupt keine Notwendigkeit die Stadtbücherei zu einem schnuckeligen, aber kleinen Lese-Café zu reduzieren und ihr alles an erprobter Attraktivität zu nehmen. „Alleine die Reduzierung der Medien um mehr als zwei Drittel kann sich logischerweise nur negativ auf die Besucherströme auswirken“, so Weyers.

Bisher sei völlig unklar, ob das bestehende Gemäuer und die mittelalterlichen Balkenkonstruktionen im Alten Rathaus überhaupt tragfähig genug für einen Büchereibetrieb sind. „Da bestehen berechtigte Zweifel“, auch wegen des Denkmalschutzes, den es zu beachten gilt, meint Peter Weyers. Begründete Zweifel bestehen auch an der Kapazität: Kann die Schwerter Mitte die Mindestanzahl der für die Förderfähigkeit der Stadtbücherei notwendigen Medien aufnehmen?

Die Linken erinnern an die bisherigen Bestrebungen, das gegenüberliegende CityCenter durch Einrichtungen des KuWeBe aufzuwerten. „Mit der Stadtbücherei, der Volkshochschule und vielleicht sogar der Musikschule in den Räumen des CityCenters würde dort eine Besucherfrequentierung vom Vormittag bis in die Abendstunden garantiert“, so Weyers. Und man könnte den Marktplatz mit Veranstaltungen des KuWeBe bespielen. Teure Konzepte und Machbarkeitsstudien haben längst die Sinnhaftigkeit dieser Planungen bewiesen. Jetzt wird wieder Geld ausgegeben für Lesecafé-Planungen, die scheitern müssen.

Das Ratsfraktionen ohne Not den dank des Engagement der Beschäftigten sehr gut funktionierenden KuWeBe-Betrieb zerschlagen wollen, vermag die Linken-Fraktion nicht nachzuvollziehen. Mögliche Spar- und Synergieeffekte würden sich auf den städtischen Haushalt vielleicht im einstelligen Prozentbereich auswirken, der Schaden aber sei um ein Vielfaches größer.

„Erstaunlich, wie schnell einige Politiker im Rat die jahrelange konzeptionelle Arbeit von Ehrenamtlichen vom Tisch wischen“, sagt Peter Weyers. Das bisherige, ehrenamtlich erarbeitete Nutzungskonzept für die Neue Schwerter Mitte ließen neben dem Aspekt der würdigen Präsentation und Pflege der Schwerter Historie viel Platz für bürgerschaftliches Engagement. „Aber das hat es in Schwerte neuerdings ja ohnehin sehr schwer“, sagt Peter Weyers.